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Ratgeber · Unterwegs

Wie plane ich meine erste Mehrtagestour mit Rucksack und Zelt?

Rechnen Sie Etappen nach Gehzeit statt nach Kilometern, tragen Sie die Last über den Hüftgurt und übernachten Sie nur dort, wo es erlaubt ist, in Deutschland also auf gebuchten Trekkingplätzen. Filtern Sie Bachwasser, packen Sie Karte und Kompass ein und hinterlegen Sie Route und Rückmeldezeit bei einer Vertrauensperson.

Wasserfall an einem grasbewachsenen Hang im Großen Kaukasus im Herbst
Unterwegs am Hang bei Stepantsminda in Georgien. Foto: Lars Laschinski
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Wer ein paar Tage nur mit dem unterwegs ist, was er selbst trägt, merkt schnell: Über den Erfolg entscheidet selten die Kondition, fast immer die Vorbereitung. Für viele Familien ist die erste Tour mit Zelt ein Projekt von Eltern und Jugendlichen. Dieser Ratgeber ordnet ein, was vorher geklärt sein muss.

Route planen: Gehzeit statt Kilometer

Kilometerangaben allein sagen im Gelände wenig. Der Deutsche Alpenverein rechnet mit 4 Kilometern pro Stunde in der Ebene, 300 Höhenmetern pro Stunde im Aufstieg und 500 im Abstieg. Der größere der beiden Zeitwerte zählt voll, der kleinere zur Hälfte.

Ein Beispiel: 12 Kilometer mit 800 Höhenmetern im Aufstieg ergeben 3 Stunden für die Strecke und 2 Stunden 40 Minuten für die Höhe. Zusammen sind das rund 4 Stunden 20 Minuten reine Gehzeit, ohne Pausen. Mit schwerem Rucksack wird es eher länger.

  • Ausstiege festlegen: Für jeden Abschnitt vorher klären, an welcher Abzweigung Sie ins Tal oder zur nächsten Straße abbrechen können, etwa bei Gewitter oder einer Verletzung.
  • Wasser einplanen: Ein Liter Wasser wiegt ein Kilogramm. Deshalb bestimmen verlässliche Quellen, Bäche und Hütten die Etappen, nicht die Lust auf ein paar Kilometer mehr.

Rucksack packen: Schweres gehört an den Rücken

Richtig gepackt trägt ein Trekkingrucksack wie ein Gestell. Rund 70 bis 80 Prozent der Last sollen über den gepolsterten Hüftgurt auf das Becken gehen. Die Schultergurte halten den Rucksack am Körper und verhindern, dass er nach hinten zieht.

BereichInhaltWarum dort
BodenfachSchlafsack, DaunenjackeLeichtes, großes Volumen bildet die Basis
Hauptfach am RückenKocher, Essen, Wasser, ZeltgestängeSchweres nah an der Wirbelsäule hält den Schwerpunkt
Hauptfach außen und obenRegenjacke, Erste Hilfe, warme SchichtSchnell greifbar, wenn das Wetter umschlägt
Deckel und HüftgurtSnacks, Stirnlampe, Sonnencreme, MesserErreichbar, ohne den Rucksack abzusetzen

Ein Beispiel für diese Aufteilung ist der Tatonka Yukon 50+10: Laut Hersteller trennt ein herausnehmbarer Zwischenboden das Bodenfach vom Hauptfach, und eine Frontöffnung mit Reißverschluss erreicht auch das, was tief im Rucksack steckt.

Übernachten: Was erlaubt ist

In Deutschland ist das Campieren im Wald und außerhalb ohne Erlaubnis des Grundbesitzers verboten, so fasst es der Deutsche Alpenverein zusammen. Legal steht das Zelt auf offiziellen Trekkingplätzen, etwa im Schwarzwald, in der Eifel, im Pfälzerwald, im Frankenwald, im Steigerwald und in der Sächsischen Schweiz. Die Plätze werden vorab gebucht und kosten Geld, im Hochsauerland zum Beispiel 20 Euro pro Nacht und Zelt. Sie sind nur zu Fuß erreichbar und für einzelne Nächte gedacht, Feuer ist nur an ausgewiesenen Stellen erlaubt.

In Österreich regelt das jedes Bundesland selbst, laut DAV ist von geduldet bis zu empfindlichen Strafen alles möglich. In der Schweiz ist eine einzelne Nacht weniger Personen oberhalb der Waldgrenze und außerhalb von Schutzgebieten meist unproblematisch.

Das sagt Ihnen sonst keinerEin Biwak ohne Zelt ist nicht automatisch erlaubt. Wer von vornherein plant, draußen zu schlafen, wird laut DAV in vielen Regionen so behandelt, als würde er zelten. Als Biwak gilt die ungeplante Nacht im Freien, etwa nach einem Wettersturz.

Den Platz wählen

  • Senken meiden: Kalte Luft fließt nachts bergab und sammelt sich am tiefsten Punkt. Dort wird es am kältesten, und am Zelt schlägt sich das meiste Kondenswasser nieder.
  • Abstand halten: nicht unter Felswänden mit Steinschlag und nicht unter alten Bäumen mit morschen Ästen.
  • Von unten isolieren: Unter dem Körper drückt das Gewicht die Füllung des Schlafsacks zusammen, dort isoliert er kaum. Gegen die Bodenkälte hilft die Isomatte. Ihr R Wert wird nach der Norm ASTM F3340 gemessen und ist damit zwischen Marken vergleichbar. Als grobe Richtwerte gelten bis R 2 für warme Sommernächte, R 2 bis 4 für Frühjahr bis Herbst und ab R 4 für Frost.

Essen und Wasser

Mit schwerem Rucksack steigt der Energiebedarf an langen Tourentagen auf 3.500 bis 4.500 Kilokalorien. Weil jedes Gramm getragen wird, zählt die Energiedichte. Als Richtwert gelten rund 400 kcal je 100 Gramm: Nüsse und Schokolade liegen deutlich darüber, Haferflocken knapp darunter. Gefriergetrocknete Gerichte sparen Gewicht, weil das Wasser erst am Lagerplatz dazukommt.

Klares Bergwasser ist nicht automatisch sauber. Hohlfaserfilter mit Poren von 0,1 bis 0,2 Mikrometern halten Bakterien und Einzeller wie Giardia und Cryptosporidium zurück, Viren aber nicht. Liegt oberhalb eine Hütte oder ein Ort, kommt zusätzlich Chlordioxid oder UV Licht gegen Viren dazu.

Navigation und Notfall

  1. Karte und Kompass: Eine topografische Karte im Maßstab 1:25.000 oder 1:50.000 gehört wasserdicht verpackt ins Gepäck, dazu ein Kompass, dessen Handhabung vorher geübt wurde. Akkus leiden unter Kälte und Nässe.
  2. Notfallset: Pfeife (bei vielen Rucksäcken im Brustgurt), Rettungsdecke, Tape gegen Blasen und eine Reparaturhülse für gebrochene Zeltstangen.
  3. Alpines Notsignal: sechsmal pro Minute rufen, pfeifen oder mit der Lampe blinken, eine Minute Pause, dann wiederholen. Die Antwort kommt dreimal pro Minute.
  4. Notrufnummern: 112 in Deutschland und Italien, 140 für die Bergrettung in Österreich, 1414 für die Rega in der Schweiz.
  5. Tourenmeldung: Route, geplante Plätze und eine feste Rückmeldezeit bei einer Vertrauensperson hinterlegen, samt der Absprache, ab wann sie die Rettung alarmiert.

Wasser und Licht

Für das Filtern unterwegs nennt der Artikel Hohlfaserfilter. Der Katadyn BeFree AC filtert laut Hersteller bis 0,1 Mikron und hat zusätzlich Aktivkohle. Für den Weg zum Zelt nach Einbruch der Dunkelheit gehört eine Stirnlampe mit Akku ins Deckelfach, etwa die Petzl Actik Core.

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Stiefel und Rucksack aus unserer Auswahl

Für eine Tour mit Zelt braucht es Stiefel, die den Knöchel unter Last führen, wie den AKU Superalp GTX, und einen Rucksack, dessen Rückenlänge passt. Gummistiefel wie der Muck Boot Muckmaster sind für Matsch und kurze Wege gemacht, für Etappen mit Gepäck fehlt ihnen der Halt einer Schnürung.

Häufige Fragen

Ist Wildcampen in Deutschland erlaubt?

Nein. Ohne Erlaubnis des Grundbesitzers ist Zelten im Wald und außerhalb verboten. Legal übernachten Sie auf offiziellen Trekkingplätzen, die vorab gebucht werden.

Wie berechne ich die Gehzeit einer Etappe?

Nach der Faustregel des DAV: 4 Kilometer pro Stunde in der Ebene, 300 Höhenmeter pro Stunde bergauf, 500 bergab. Der größere Zeitwert zählt voll, der kleinere zur Hälfte, Pausen kommen dazu.

Welchen R Wert braucht meine Isomatte?

Als grobe Richtwerte gelten bis R 2 für warme Sommernächte, R 2 bis 4 für Frühjahr bis Herbst und ab R 4 für Frost. Gemessen wird nach der Norm ASTM F3340.

Reicht ein Wasserfilter gegen alle Keime?

Hohlfaserfilter mit 0,1 bis 0,2 Mikrometern halten Bakterien und Einzeller zurück, Viren nicht. Gegen Viren hilft zusätzlich Chlordioxid oder UV Licht.

Quellen: DAV: Übernachten im Freien in den Alpen, DAV: Zelt Trekking in Deutschland, DAV: Notruf und Rettung in den Alpen, Sea to Summit: R Wert nach ASTM F3340. Alle Angaben ohne Gewähr, Regeln können sich ändern. Unsere Texte entstehen mit KI Unterstützung in fünf redaktionellen Stimmen und werden von Herausgeber Lars Laschinski verantwortet. So arbeiten wir

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