Lohnt sich ein ETF Sparplan für Kinder?
Für ein Ziel in 15 bis 18 Jahren oft ja, denn breit streuende Aktien ETFs haben über so lange Zeiträume bisher meist deutlich mehr gebracht als Sparzinsen. Eine Garantie ist das nicht, Kurse können über Jahre fallen. Deshalb schichten Sie einige Jahre vor dem Ziel schrittweise in sichere Anlagen um.

Viele Familien legen für ein Kind Geld zurück, oft auf einem Sparbuch oder Tagesgeldkonto. Das schützt vor Kursverlusten, aber nicht vor steigenden Preisen. Im September 2026 lag die Inflationsrate laut Statistischem Bundesamt bei 3,3 Prozent. Bliebe es bei diesem Tempo, verlöre Geld ohne Zinsen in zehn Jahren gut ein Viertel seiner Kaufkraft. Wer bis zum 18. Geburtstag Zeit hat, kann anders anlegen.
Was ein Sparplan in 18 Jahren bewirken kann
Eine Beispielrechnung: 50 Euro im Monat, von der Geburt bis zum 18. Geburtstag. Eingezahlt sind dann 10.800 Euro. Bei 2 Prozent Zinsen im Jahr stehen am Ende rund 13.000 Euro auf dem Konto. Bei angenommenen 6 Prozent Rendite nach Kosten wären es rund 19.400 Euro.
Die 6 Prozent sind eine Annahme für den Vergleich, keine Prognose. Wie stark Fondsgebühren das Ergebnis drücken, zeigt der Rechner im Text Kinderdepot Vergleich: was 1,8 % Fondskosten wirklich kosten.
Ein breiter ETF kann reichen
Ein ETF bildet einen Index nach, zum Beispiel den Weltaktienmarkt. Ein ETF auf den FTSE All World oder den MSCI ACWI enthält Tausende Unternehmen aus Industrie und Schwellenländern. Gerät ein einzelnes Unternehmen in Schwierigkeiten, trifft das den Fonds kaum.
Für ein Kinderdepot braucht es keine Themenfonds und keine Einzelaktien. Ein breit streuender Fonds kann genügen. Das ist eine Einordnung, keine Kaufempfehlung.
Thesaurierend oder ausschüttend
- Thesaurierend: Der Fonds legt Dividenden selbst wieder an, das Depot wächst ohne eigenes Zutun. Bis zum Verkauf fällt steuerlich jedes Jahr nur die Vorabpauschale an, ein pauschaler und meist kleiner Ertrag.
- Ausschüttend: Dividenden landen auf dem Verrechnungskonto. Wer sie nicht wieder anlegt, verzichtet auf den Zinseszins.
- Teilfreistellung: Bei Aktienfonds bleiben 30 Prozent der Erträge steuerfrei (§ 20 InvStG), bei beiden Varianten.
Für ein Kinderdepot ist die thesaurierende Variante meist bequemer.
Das Risiko ehrlich einplanen
Aktienkurse schwanken. In der Finanzkrise 2008 und zu Beginn der Pandemie 2020 sind die Aktienmärkte weltweit innerhalb weniger Monate stark gefallen. Wer noch 15 Jahre Zeit hat, kann solche Phasen meist aussitzen. Wer das Geld in zwei Jahren braucht, kann es nicht.
Deshalb gehört zum Sparplan ein Plan für das Ende. Etwa fünf Jahre vor dem Ziel, ob Führerschein, Ausbildung oder Studium, schichten Sie jedes Jahr einen Teil in Tagesgeld oder Festgeld um. Ein Kurssturz kurz vor dem 18. Geburtstag trifft dann nur noch einen kleinen Teil. Wann Festgeld passt: Festgeld für Kinder: Wann sich feste Zinsen lohnen.
Auf wessen Namen?
Vor der ersten Rate steht eine Grundsatzfrage: Depot auf den Namen des Kindes oder auf den der Eltern? Im Depot des Kindes nutzt es seine eigenen Steuerfreibeträge, das Geld gehört aber ab dem 18. Geburtstag ihm allein. Wie das funktioniert und worauf Sie bei Krankenversicherung und BAföG achten sollten: Kinderdepot und Steuern: Freibetrag, NV Bescheinigung.
Häufige Fragen
Ab wie viel Euro lohnt sich ein ETF Sparplan für Kinder?
Viele Anbieter führen Sparpläne ab 1 Euro im Monat ohne Ordergebühr aus. Entscheidend sind die laufenden Kosten des Fonds und die Anlagedauer, weniger die Höhe der Rate.
Welcher ETF eignet sich für ein Kinderdepot?
Für lange Zeiträume kommt ein breit streuender ETF auf den Weltaktienmarkt in Frage, etwa auf den FTSE All World oder den MSCI ACWI. Das ist eine Einordnung, keine Empfehlung für ein bestimmtes Produkt.
Kann man mit einem ETF Sparplan Geld verlieren?
Ja. Kurse können über Jahre fallen. Das Risiko sinkt, je länger Sie anlegen und je früher Sie vor dem Ziel schrittweise in sichere Anlagen umschichten.
Thesaurierend oder ausschüttend für Kinder?
Für ein Kinderdepot ist ein thesaurierender ETF meist bequemer, weil er Erträge selbst wieder anlegt. Bei Aktienfonds gilt für beide Varianten eine Teilfreistellung von 30 Prozent.
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